AUSGERECHNET SPANIEN!

Text: Heimo Rollett
Inmitten des furiosen Immobilien-Debakels Spaniens erschaffte der irische Milliardär Denis O’Brien eine funktionierende Lifestyle-Oase, die nie ein Problem mit dem Immobilienverkauf hatte.
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Es gibt sie nicht, die Krise. Was für zahlreiche Immobilienruinen in dem gebeutelten Spanien zynisch klingt, stimmt jedoch für manche seelige Inseln. Der Markt in Mallorca etwa ist von den allgemeinen iberischen Katastrophen der letzten Jahre völlig unbeeindruckt geblieben. Der Handel mit Ferienwohnungen und Häusern ist rege, letztes Jahr wechselten rund 12.200 Insel-Immobilien den Besitzer, gut ein Drittel wurde von Ausländern gekauft. Zahlen wie vor 2008, dem Jahr der Zäsur, ja sogar noch besser.

Das wusste freilich niemand, dass es für die Insel so gut ausgehen würde, denn ganz Spanien litt plötzlich unter den weltweiten Wirtschaftsproblemen einerseits und den Folgen des spanischen Immobilienwahns andererseits: Auf Teufel komm raus knallten Projektentwickler mit oder ohne irgendwelchen Anlegergeldern lieblose Megaprojekte hin – und blieben mitten im Bauen auf den Bettenburgen sitzen bzw. konnten die Käufer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen.

Bumms, da war das Schlamassel!

Denis O’Brien kam justament zu diesem Zeitpunkt daher und begann ein neues Projekt.

Rund 50 Minuten von Barcelona entfernt, beim malerischen Städtchen Girona, legte der irische Milliardär mit seinem Investment den Grundstein für das außergewöhnliche PGA Catalunya Resort. Er erwarb die restlichen Anteile von einer Gesellschaft, die hier eigentlich vor geraumer Zeit den Formel 1 Zirkus ansiedeln wollte, dann baute man einen höchst erfolgreichen Golfplatz, es fehlten aber Unterkünfte. Nach und nach wurde entwickelt. Unter O’Briens Führung folgte dann aber der große Wurf mit visionärem Plan: erst die nötige Infrastruktur für das Golf-Lifestyle-Oase, danach Ferienimmobilien aller Art.

Bäume, Golf und gutes Essen

Der Verkauf dieser Immobilien war im PGA Catalunya nie ein Problem. Egal, ob Townhouses, Apartments, gekoppelte Häuser ab 410.000 Euro oder Villen  ab einer Million Euro – so gut wie alles ist verkauft. Derzeit werden noch Häuser im Bereich La Selva gebaut – Terrassenvillen mit Blick auf den Stadium Course. Die Preise für die Villen auf 2.400 bis 3.300 Quadratmeter starten bei 695.000 Euro. Bei den fast 300 Immobilien handelt es sich um alles andere als um zusammengepferchte Ferienghettos, vielmehr versteckt sich weltklasse Architektur hinter kleinen Hügeln, Bäumen, Wäldern … Auf über 300 Hektar verstreuen sich die Häuser, die beiden Golfplätze und sämtliche Serivceeinrichtungen. 130 Millionen Euro wurden bislang für die Entwicklungen investiert.

 

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Alles zugebaut?

Dichte ist dabei kein Thema, viel mehr neue Wohnungen aber auch nicht. Weitere Villen und Apartments zum Verkauf sind in dem jüngsten Erweiterungsplan, der 2016 startete, nämlich nicht vorgesehen, vielmehr setzt der Investor 53 Millionen Euro für ein verbreitertes Freizeitangebot ein. Im heurigen April wurden etwa die Weinstöcke für den riesigen Weingarten eingepflanzt, Tennis- und Fußballplätze wird es geben, einen Reitstall und einen eignen See inklusive Strand, sollte man nicht zum gut 30 Minuten entfernte Meer fahren wollen. Dafür hat das Resort ein angrenzendes Grundstück akquiriert. Warum? „Ehrlich? Weil wir ganz einfach nicht wollten, dass jemand anderer das Land kauft und von unserem Resort und dem von uns geschaffenen Standort profitiert,“ erzählt Rita Jordao, Marktingverantwortliche des Resorts, ganz offen und meint weiter: „Wir wollen aber vor allem nicht nur auf Golf setzen und mehrer Zielgruppen ansprechen.“ Ein Kinderclub mit Betreuung, ein Gemüsegarten für die Bewohner des Resorts sowie die Möglichkeit in einem kleinen See zu fischen sind bereits umgesetzt.

Maßnahmen wie der See und der Weingarten sind Teil eines Drei-Jahres-Investitionsplan, der letztes Jahr mit der Eröffnung eines 5-Sterne-Hotels namens Camiral begann. Das Objekt mitten im Resort wurde ursprünglich von der Meliá-Gruppe als 4-Sterne-Haus betrieben und war O’Brien immer schon ein Dorn im Auge. Nun konnte auch dieses Gebäude übernommen und refurbisht – und nun auch selbst betrieben – werden. Und wieder war O’Brien ganz antizyklisch unterwegs: 80 Prozent der spanischen Hotels hätten in den letzten Jahren keine wesentlichen Renovierungs- oder Verbesserungsarbeiten vorgenommen, analysieren Tourismusexperten.

Und wie ist es geworden, das neue Hotel? Das Interior des Hauses ist weltweit ganz vorne dabei, eine so gelungene Mischung aus elegant und lässig, aus lokal und mondän findet man selten. Das Service ist makellos und herzlich, die Küche kann sich sehen und schmecken lassen – und das in einer Umgebung, in der über 20 Michelin-Sterne-Restaurants die Qualität und Kreativität auf enormen Niveau halten.

KEINE ZÄUNE, KEINE RUSSEN

Aktuell ebbt das Interesse nicht ab. Während viele Spanier aufgrund der angespannten Situation im Lande dauerhaft ausgewandert sind, kommen die Touristen nach wie vor gerne auf die iberische Halbinsel und der spanische Tourismus meldet eine Rekordzahl nach der anderen. Gut 75 Millionen Besucher zählte man letztes Jahr. Zugpferde sind die Mittelmeerinseln, Madrid, Katalonien und Barcelona, das ja mittlerweile schon mit der Menge an Touristen zu kämpfen hat. Internationale Investoren kauften hier zuletzt vor allem Gewerbeimmobilien ein, wobei das Hotelsegment in ganz Spanien trotz der guten Zahlen recht verhalten bleibt. Wahrscheinlich ist das auch der fehlenden Liquidität geschuldet, kommentieren lokale Experten, gab es doch relativ wenige Hotel-Transaktionen. Während die notleidenden Projekt und Bad Banks nun mit existenziellen Fragen zu kämpfen haben, geht es in PGA Catalunya um Details wie die Aufzucht der Trauben, die Organisation nachhaltiger Fischerei und die Stärkung der Gemeinschaft mittels Gärtnereikursen.

DER SONNE
SEI DANK

Aktuell ebbt das Interesse nicht ab. Während viele Spanier aufgrund der angespannten Situation im Lande dauerhaft ausgewandert sind, kommen die Touristen nach wie vor gerne auf die iberische Halbinsel und der spanische Tourismus meldet eine Rekordzahl nach der anderen. Gut 75 Millionen Besucher zählte man letztes Jahr. Zugpferde sind die Mittelmeerinseln, Madrid, Katalonien und Barcelona, das ja mittlerweile schon mit der Menge an Touristen zu kämpfen hat. Internationale Investoren kauften hier zuletzt vor allem Gewerbeimmobilien ein, wobei das Hotelsegment in ganz Spanien trotz der guten Zahlen recht verhalten bleibt. Wahrscheinlich ist das auch der fehlenden Liquidität geschuldet, kommentieren lokale Experten, gab es doch relativ wenige Hotel-Transaktionen. Während die notleidenden Projekt und Bad Banks nun mit existenziellen Fragen zu kämpfen haben, geht es in PGA Catalunya um Details wie die Aufzucht der Trauben, die Organisation nachhaltiger Fischerei und die Stärkung der Gemeinschaft mittels Gärtnereikursen.

Das Herzstück des Resorts:

der kleine weiße Ball

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Auch wenn man sich im PGA Catalunya bemüht, das Angebot immer mehr zu verbreitern und etwa auch Familien anzusprechen – der Kern bleibt Golf. Und zwar von der feinsten Sorte. Denn hier findet sich Spaniens bester Golfplatz, der mehrfach ausgezeichneten Stadium Course, der vom Spanischen Golfverband RFEG als bevorzugter Austragungsort für den Ryder Cup 2022 ausgewählt wurde. Der Platz fordert selbst beste Golfer immer wieder heraus, an ihre spielerischen Grenzen zu gehen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, das eigene Spiel zu perfektionieren. Entlang der Fairways findet der Spieler Bunker und strategisch platzierte Seen und nicht weniger als sieben der schwierigsten und ungewöhnlichsten Löcher.

Auch der zweite Platz, der Tour Course, lässt sich sehen – und spielen. Er schlängelt sich durch Pinien und kleine Seen und bietet Vergnügen für Spieler jeglicher Stärken. Seine breiten Fairways verzeihen mehr als der Stadium Course. Allerdings bleibt auch dieser Platz eine Herausforderung und so wurde er zum PGA European Tour Qualifying School ausgewählt.

CREDITS

Text: Heimo Rollett

Fotos: CC0, Heimo Rollett, PGA Catalunya