Text: Heimo Rollett

Der kroatische Immobilien Markt

Obwohl Rijeka europäische Kulturhauptstadt 2020 sein wird, kann man kaum ambitionierte Vorbereitungen der Stadt wahrnehmen. Alles recht passiv und im Hotelbereich gibt es keine verstärkten Investitionen.
Schon seit Jahren wird auch versucht, die historische Inselgruppe Brijuni wieder zu beleben, bislang sind die verschiedenen Betreiberinteressenten aber an der unklaren Projektstrategie des Staates und der lokalen Verwaltungen gescheitert.
Auf der Insel Losinj ist mittlerweile die Jadranka Grupa – gestärkt durch Kapital russischer Investoren – zu einem bedeutenden Anbieter kleiner, feiner Luxusoasen geworden. Sie investierte in Infrastruktur und Strandsanierung, am Plan stehen auch ein Golfplatz und der Ausbau des lokalen Flughafens.
Auf Krk konnten Investitionen in kleinere Boutiquehotels bemerkt werden. Obwohl (oder gerade weil) die Insel eher Angebote für Privatresidenzen und Appartmenttourismus hat, hat die Falkensteiner-Gruppe begonnen, den lokalen Hotelmarkt aufzubauen.
Zuletzt wurde ja Zadar zum Falkensteiner-Standort ausgebaut, dort wird nun übrigens auch von der Dogus Gruppe, ein türkischer Hotelbetreiber und -investor, ein Hauch von Luxus geschaffen: Derzeit noch im Bau, soll 2019 das erste Hyatt Hotel eröffnen.
Der Fun Park Mirnovec wird in Biograd eröffnet werden. Ziel: Innerhalb von fünf Jahren soll er zum kroatischen Gardaland werden.
Vinodolski ist ein ehemals verschlafenes Städtchen, durch die Eröffnung einer modernen neuen Marina kommt der Ort langsam auf die Landkarte der Investoren.
Sibenik hat in den letzten acht Jahren seine Transformation in die Hand genommen und die ist – auch dank EU-Förderungen – gelungen: aus einer ehemaligen Industriestadt mit trister Kulisse wurde ein attraktives Ziel für Touristen – und Investoren. Die Dogus Gruppe errichtete ein Hotel und eine Marina, die Insel Obonjan wurde als Partyinsel positioniert und die Innenstadt Sibeniks erhält 2018 eine Tiefgarage. Darüber hinaus hat die Stadt schon sehr viel in Ausbau der Strandanlagen investiert, um die industrielle Küste mit einer modernen Badefront zu ersetzen.
Split ist mit Sicherheit die Stadt mit dem größten Potenzial an der Adria. Die Stadt ist seit Jahren verschlafen und es gab nur sporadische Entwicklungen ohne wirkliche Strategie. Die neue Stadtverwaltung kündigte eine sehr starke Umwandlung im Richtung Tourismus und Kongresshotels. Konkret will Split in den nächsten Jahren die so genannte Ostküste beleben. Dort soll das bestehende Industriegelände übersiedelt werden, auch der Bahnhof soll weichen und Platz für kommerzielle multifunktionale Entwicklungen schaffen. Und auch das Hotel Marjan, das seit zehn Jahren im Umbau ist, soll in nächsten zwei Jahren nach einer ordentliche Restrukturierung nun doch fertiggestellt werden.
Dubrovnik als stärkste Kreuzfahrt-Destination ist schon jetzt durch die vielen Cruisergäste gefährdert. Die Politik hat daher inzwischen auch schon Pläne für den Bau eines neuen Kreuzfahrtterminals, das durch ein Konsortium der türkischen Global Ports Holding und der französichen Bouygues Batiment gebaut werden soll. Das Projekt ist allerdings auf stand-by, lokale Interessen scheinen sich derzeit doch durchzusetzen. Ein sehr gewagtes Projekt am Hügel Srdj am Rande der Stadt ist seit Jahren im entstehen und sorgt für ordentlichen Wirbel: Eine Investorengruppe will dort eine Golfanlage und Residenzanlage mit Blick auf Dubrovnik und die Adria bauen. Lokale Anwohner wehren sich dagegen allerdings. Im Umland von Dubrovnik hat eine ARGE von Agrokor, TUI und Karisma mehrere Investitionen begonnen. Laut Insidern könnte dies, wegen der angespannten Situation bei Agrokor, schon bald zur Opportunity für internationale Fonds werden.
Zwar hat die Regierung Kroatiens, immer wieder versprochen, auch das Hinterland zu pushen – aber die Musik spielt halt nun mal am Meer. Ausnahme: Die Plitvica-Seen. Die Hotelanlage hier ist immer noch staatlich – es soll im Rahmen eines PPP-Modells etwas Neues geschaffen werden. Neben den klassischen Autotouristen, die hier am Weg zur Küste sind, werden die Plitvica-Seen auch gern von Fernreisenden aus Korea und China besucht, die kommen naturgemäß in riesen Gruppen daher.

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Neben den bereits bekannten Gruppen wie Valamar, Maistra und Falkensteiner gesellt sich immer mehr internationales Kapital in die Küstenorte. Es tut sich was, in der Adria:

Das zeigt etwa ein Blick auf die größten Hotelbetreiber, die Valamar-Gruppe, Maistra und Adris. Die zwei letzteren sind nach dem Verkauf von Liegenschaften ehemaliger Tabakproduktionen finanziell gestärkt und mischen ordentlich mit. Maistra ist mit dem Amarin ein ganz unglaubliches Stück gelungen – ein Familienhotel state of the art, das seinesgleichen sucht. 2018 wird die Gruppe eine weitere Neueröffnung feiern: 80 Millionen Euro wurden in den Bau eines Resorts gesteckt, das mit einem sensationellen Blick auf die Altstadt Rovinjs ebenso aufwarten kann, wie mit 209 Zimmern, sechs Restaurants und 3.800 m2 Wellnessfläche. Während Maistra und Adris beide ihren Schwerpunkt nach wie vor in Istrien haben, hat sich das Valamar-Portfolio bereits über die Grenzen der Halbinsel ausgedehnt. 116 Millionen Euro investiert Valamar allein heuer, unter anderem in das Refurbishment des Family Life Bellevue Resort sowie in das Girandella Resort. Und es geht munter weiter: Valamar hat letztes Jahr bekannt gegeben, dass die Gruppe bis 2020 zwischen 200 und 265 Millionen Euro investieren will, Maistra will im selben Zeitraum ebenso rund 260 Millionen Euro für Neuentwicklungen bzw. Sanierungen ausgeben.

 

Heuer eröffnet: 62 Millionen Euro investierte Valamar in das Girandella Resort. Gemeinsam mit dem Family Life Bellevue Resort hat die Gruppe Rabac als neuen Standort etabliert.
Heuer eröffnet: 62 Millionen Euro investierte Valamar in das Girandella Resort. Gemeinsam mit dem Family Life Bellevue Resort hat die Gruppe Rabac als neuen Standort etabliert.
Phänomenales Kinderhotel

Das im August 2016 eröffnete Vier-Sterne-Haus Amarin gehört zur Hotelgruppe maistra und ist das zweite Haus der Kinderhotels Europa in Kroatien. Es liegt ruhig auf einer grünen Halbinsel und nur wenige Fahrminuten vom Städtchen Rovinj entfernt. Der spezielle Baby-, Mini- und Teen-Club ist in dieser Form einmalig in der kroatischen Hotellandschaft und bietet eine Vielzahl an Aktivitäten für jede Altersgruppe. Das Animationsprogramm für kleine Gäste umfasst unter anderem sportliche Wettbewerbe, Aufführungen und Fitness für Kinder. Neben den verschiedensten Wassersportarten genießt der Nachwuchs auch innerhalb des Hotels einen großen Raum mit Unterhaltungselektronik, Tischfußball und anderen Spielen.

Stick it!

Zimmer, in denen Steckspiel für die Kids inkludiert sind.

Ausblick

Direkt am Meer und am Strand und ein herrlicher Ausblick auf die Altstadt von Rovinj.

Abhängen

Kinder wollen das tun, was Erwachsene machen. Zum Beispiel in der Hängematte.

Vernetzt

Statt sich im Internet zu verlieren, hat das Resort komplett neue Spielideen umgesetzt.

Interview

Denis Cupic, MRICS, ist ein profunder Kenner – des kroatischen Immobilienmarktes, der Tourismusentwicklung und der Investorenszene. Cupic ist Präsident des kroatischen Verbandes der Immobilienentwickler sowie Geschäftsführender Gesellschafter des Immobiliendienstleisters F.O./Development.

Neueröffnungen 2017

Rabac

Rabac

Der zweite große Wurf 2017 in Rabac aus dem Haus Valamar: das Girandella Resort.
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Rovinj

Rovinj

Am Standort des früheren Valdaliso Hotel thront heute das Amarin Family Hotel (siehe oben).
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Krk

Krk

Falkensteiner eröffnete heuer auf Krk sein erstes Hotel: Park Punat.
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Solin

Solin

Am Rande von Spilt eröffnete das 47-Zimmer Hotel Salona Palace Solin.
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Lanterna und Krk

Lanterna und Krk

Die Campingplätze Valamar Laterna und Krk zählen zu den 40 besten in Europa.
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Rabac

Rabac

Für Babys, Teenager und Eltern: Das Family Life Bellevue Resort ist das erste TUI Familiy Hotel Kroatiens.
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Credits

Text: Heimo Rollett
Fotocredits: Heimo Rollett, Davor Puklavec/Pixsell, Valamar, Maistra, Falkensteiner, Solona Palace,